Here are the next readings in our series, enjoy. DIE SCHERE 23 Der Beginn des Weges läßt sich bestimmen; Länge und Dauer bleiben ungewiß. Der Weg läßt sich verkürzen, das Ziel hinausrücken; so das des Lebens durch ärztliche Kunst. Auch das kann dem Schicksal unterstellt werden. Einer Betrachtung, die den Weg für wichtiger hält als das Ziel und die das Ziel als einen der möglichen Abschnitte des Weges erachtet, werden sich weitere Fragen aufdrängen—vor allem diese: ob der Weg über das Ziel hinausführt oder nicht. Erschöpft sich die Welle in der Brandung, oder gibt diese nur eine Summa, die freilich hochbedeutend ist? Um beim Bildschirm zu bleiben, der Wellen in Ton und Farbe, ja in Romane umsetzt—ist er vielleicht nur ein Filter der Strahlung, der das entbehrlich Gewordene vom Unentbehrlichen trennt? Die Fahrt ist beendet; das Schiff wird verlassen, das Gepäck bleibt zurück. 24 Es spricht für Schopenhauers geistige Unbefangenheit, daß er sich eingehend mit dem Grenzproblem des Zweiten Gesichts beschäftigt hat. Er rechnet es dem »transzendenten Fatalismus« zu—der Überzeugung von der Vorausbestimmung künftiger Dinge, die auf persönlicher Erfahrung beruht. Für Schopenhauer ist die Weltgeschichte eigentlich nur die Abfolge zufälliger Konstellationen—real dagegen ist der Einzelne. Ihm allein kommt eine unmittelbare metaphysische Beziehung zu. »Daher ist sein Lebenslauf, so verworren er auch scheinen mag, ein in sich übereinstimmendes, bestimmte Tendenz und belehrenden Sinn habendes Ganzes, so gut wie das durchdachteste Epos.«
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