Ernst Jünger, DIE SCHERE #44 Text Das Licht wird durchlässig. Es darf nicht zu hell werden. Auch die Stille versickert im Umkreis des Todes; sie wird tiefer, wird bodenlos. Dostojewski spricht vom "toten Schweigen" des nächtlichen Raumes, in dem der Fürst und Rogoschin bei der ermordeten Nastasja ausharren. Der Fürst erschrickt, als eine Fliege zu summen beginnt. Sein Herz pocht an die Wand. Die Zeit wird abgründig, als ob sie mitten im Rennen still stünde - sie brandet an. Der Trubel erstarrt. Das Entsetzen wird mit der Lupe aufgenommen im "Tod in der Untergrundbahn", einer Erzählung von Thomas Wolfe. Ich las sie zwischen den beiden Weltkriegen. Daß sie mir so scharf im Gedächtnis geblieben ist, zeugt für ihre Prägnanz. Das sind Lichtblicke des Lesers, die ihn nicht an der Literatur verzweifeln lassen - Funde eines Vierblatts zwischen Altpapier und Konservenbüchsen auf einer Müllhalde. DIE SCHERE #44: English translation by Gary Kern and Günter Rebing The light becomes hard to penetrate. It cannot become too bright. Also the silence stretches out in the surroundings of death; it becomes deeper, becomes bottomless. Dostoyevsky speaks of the "dead silence" of the nighttime room in which the Prince and Rogozhin keep vigil with the murdered Nastasya. The Prince shudders when a fly starts buzzing. His heart beats against the wall. Time loses its ground, as if it stood still in the middle of running--it surges on. The commotion freezes. The horror is caught with a magnifying glass in "Death in the Subway," a story by Thomas Wolfe. I read it between the two world wars. That it remained so vividly in my memory gives proof of its potency. These are a reader's flashes of light that keep him from doubting in literature--finding a four-leaf clover amid wastepaper and empty cans in a garbage dump.
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