ernst jünger in cyberspace

mailing list archive - Die Schere #26

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Wer auf Grund familiärer und persönlicher Erfahrung davon überzeugt ist,
daß ein Feuer, das erst nach Jahren ausbricht, bis in die Einzelheiten
als »Vorbrand« gesehen werden kann, dem stellen sich verschiedene Fragen
— zunächst als Gedankenspiel.
Zeit und Ort der Wahrnehmung haftet ein vexierbildhafter Charakter an.
Sie gilt als Vorschau, doch läßt sie sich nicht minder als Rückblende
auffassen—als Signal eines Ereignisses, das in der Zukunft liegt. Somit
werden bei der Vorschau von derselben Person zwei örtlich und zeitlich
verschiedene Stellen besetzt. Ihr Weg hat in der Gegenwart ein
bestimmtes Ziel erreicht, doch führt er auch über sie hinaus. Das
erinnert an Träume—der Träumer liegt im Bett und nimmt zugleich auf dem
Friedhof an einer Beerdigung teil.
Allerdings gibt es Unterschiede; der Vorschauer schläft nicht, sondern
er wacht und starrt zum Fenster hinaus. Zudem muß das Begräbnis mehr als
ein Traum sein, da es genau so, wie er es gesehen, wenngleich erst nach
Jahren, tatsächlich stattfindet.



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