Liebe Juenger-Freunde, in der Ausgabe Nr. 04/2002 vom 16. Januar 2002 der (politisch links orient= ierten) Zeitung "Jungle World" findet sich ein Artikel zu J=FCnger, Heidegger, Schmi= tt und dem Islamismus. Wie stets, wenn ich auf Aktuelles zu J=FCnger sto=DFe, teile ich den Beitrag in diesem Forum mit, ohne da=DF dies eine Wertung darstellen sollte. Beste Gr=FC=DFe, Tobias Wimbauer www.waldgaenger.de =20 Allahs J=FCnger Deutsche Islamisten marschieren mit Ernst J=FCnger, Carl Schmitt und Martin = Heidegger im Gep=E4ck in linke und zivilgesellschaftliche Diskurse. Eine Fal= lstudie von udo wolter Zun=E4chst fielen die b=E4rtigen Besucher einer Veranstaltung der linken Berli= ner Gruppe Fels zum Globalisierungsdiskurs im letzten Sommer dadurch auf, = dass sie einer Bemerkung des Referenten =FCber subjektlose Herrschaftsformen= in den kapitalistischen Verh=E4ltnissen entgegenhielten, das =BBFinanzkapital= =AB habe sehr wohl Name und Adresse. Sie wetterten gegen die =BBZinsmachenscha= ften der internationalen Banken=AB, und als ein Redner darauf hinwies, dass = solche Kapitalismusvorstellungen schnell eine antisemitische Tendenz anneh= men k=F6nnten, wurde er beschuldigt, die =BBAntisemitismuskeule=AB zu schwingen.= =20 Tats=E4chlich handelte es sich bei diesen Mitdiskutanten um deutsche Islamis= ten, die unter den Anwesenden gro=DFz=FCgig Probeexemplare der Islamischen Zei= tung (IZ) und ein vom IZ-Gesch=E4ftsf=FChrer Ahmad Gross unterzeichnetes Flugb= latt verteilten. Darin wurde =BBdem Wucher, sprich Kapitalismus, der Krieg=AB = erkl=E4rt und f=FCr die gold- und silbergedeckte =BBeigene, globale W=E4hrung=AB der= =BBMuslime=AB, den Dinar, geworben. Am Ende stand die sch=F6ne Parole: =BBAntikap= italisten aller L=E4nder, werdet Muslime!=AB=20 Die IZ wird von dem deutschen Konvertiten Andreas Abu Bakr Rieger herausge= geben, der in Potsdam eine Anwaltskanzlei betreibt und f=FChrendes Mitglied = der internationalen Muslim-Lawyers-Vereinigung ist. Au=DFerdem steht er der = Islamischen Gemeinschaft in Deutschland vor, die das Weimar Institut mit S= itz in der Goethestadt betreibt. Seit Mitte des letzten Jahres ist er auch= stellvertretender Vorsitzender des Islamrates. Der Rat gilt als von den t= raditionell rechtslastig-antisemitischen t=FCrkischen Islamisten der Milli G= =F6r=FCs dominiert (Jungle World, 52/01).=20 Neuerdings bem=FCht sich Milli G=F6r=FCs um ein =BBgem=E4=DFigtes=AB Image, und in genau= diesem Sinne ist offenbar auch der umtriebige Abu Bakr Rieger in j=FCngster= Zeit recht erfolgreich. So staunte ich nicht wenig, als ich in der Dezemb= erausgabe 2001 der PDS-Mitgliederzeitschrift Disput unter dem Titel =BBGibt = es eine offene Debatte um den Islam=3F=AB einen Artikel von Abu Bakr Rieger fa= nd. Darin distanziert er sich artig von der Idee eines =BBGottesstaates=AB im = =BBradikalen Islam=AB und insbesondere vom =BBislamischen Terrorismus=AB eines bin= Laden, den er als =BBMonster=AB bezeichnet, =BBdas der Islam, die Erd=F6lindustri= e, Pakistan und Saudi-Arabien erschaffen hat=AB.=20 Als den =BBMuslimen durchaus sympathisch=AB wird dagegen Gregor Gysi gelobt, w= eil er =BBzum einen die radikale Ablehnung des Terrorismus, zum anderen die = Verurteilung einer Kriegslogik unter F=FChrung Amerikas=AB repr=E4sentiere. Sorg= en macht sich Rieger um den =BBAusbau der staatlichen und polizeilichen =DCber= wachungsstrukturen=AB als Folge des 11. September und prognostiziert: =BBDie M= assen der Verarmten und Verschuldeten werden sich als 'Globalisierungsgegn= er' wohl durchaus =FCberkulturell und =FCberkonfessionell zusammenfinden.=AB Vor= gestellt wird Abu Bakr Rieger den Lesern als =BBRechtsanwalt in Potsdam=AB; da= ss der Artikel zuerst in der Islamischen Zeitung erschienen ist, verr=E4t di= e Redaktion nicht.=20 In dem Artikel kommt Rieger auch auf das =BBber=FChmte Verbot des Wuchers=AB zu = sprechen, er erkennt in =BBdem Verbot der Zinserhebung, dem kategorischen Im= perativ der Muslime, den Schl=FCssel, den 'entfesselten Kapitalismus' einzud= =E4mmen=AB. Die Phrase von der notwendigen Eind=E4mmung des angeblich vom Finanz= kapital =BBentfesselten=AB Kapitalismus geh=F6rt zum Repertoire der =BBglobalsieru= ngskritischen Bewegung=AB. So findet sich der in Disput ver=F6ffentlichte Arti= kel Riegers z.B. auch in der aktuellen Internet-Ausgabe des im Umfeld der = Antiglobalisierungbewegung erscheinenden deutsch-spanischen Magazins el-Co= libri und im anarchistischen Internetmagazin @narchie heute (www.anarchie.= de). Ein von Rieger verfasstes =BBKonzept f=FCr den Islam in Europa=AB aus der I= Z findet sich =FCber das Internet-=BBLehrer-Startportal=AB des der evangelischen= Kirche nahe stehenden Medienforum Hunsr=FCck.=20 Abu Bakr Rieger entfaltet im Zeichen des =BBDialogs mit dem Islam=AB eine beme= rkenswerte Pr=E4senz auf allen m=F6glichen Diskussionsforen. So sa=DF er beim =BBT= ag der offenen Moschee=AB im Oktober vergangenen Jahres in Hannover auf eine= r von Milli G=F6r=FCs veranstalteten Podiumsdiskussion. Die Evangelische Zeitu= ng-online berichtete dar=FCber unter dem Titel =BBMuslime - Partner gegen Rass= ismus=AB. Bereits wenige Tage nach den New Yorker Attentaten sa=DF Rieger als = Vertreter des Islamrats auf einer Pressekonferenz der Gr=FCnen neben Renate = K=FCnast und Cem =D6zdemir und freute sich, dass =BBmoderate muslimische Positio= nen auch in Deutschland zu Geh=F6r kommen=AB.=20 Das ARD-Magazin =BBReport aus M=FCnchen=AB konfrontierte diese Selbstzuschreibun= g mit der in Riegers IZ verbreiteten Forderung verschiedener Berliner isla= mistischer Organisationen nach der =BBErrichtung eines Marktes in Berlin, de= r gem=E4=DF den Regeln der Schari'a betrieben wird=AB, sowie mit Riegers Tiraden= gegen das von Kemal Atat=FCrk eingef=FChrte =BBs=E4kulare Regime=AB in der T=FCrkei a= uf einer Berliner Veranstaltung: =BBAtat=FCrk ist nat=FCrlich angetreten, um nat= =FCrlich den Islam zu eliminieren in der T=FCrkei.=AB=20 Nach Angaben von =BBReport=AB wurden auf der Internetseite der IZ noch im Sept= ember =BBzuhauf B=FCcher des t=FCrkischen Auschwitzleugners und Weltverschw=F6rung= sfanatikers Harun Yahya=AB angeboten. Als =BBReport=AB Cem =D6zdemir nach dem selt= samen =BBmoderat islamischen=AB Dialogpartner fragen wollte, stand er f=FCr ein = Interview nicht zur Verf=FCgung.=20 Dem Zirkel islamistischer deutscher Konvertiten um Rieger ist es offenbar = gelungen, =FCber die Selbstinszenierung als =BBmoderate Muslime=AB erfolgreich D= iskursangebote an den linken und =BBzivilgesellschaftlichen=AB Mainstream zu p= latzieren. Sie k=F6nnen dabei auf eine besinnungslose =BBOffenheit gegen=FCber d= em Islam=AB vertrauen, die sich als Gegenkraft zu einer nach dem 11. Septemb= er zumal in Deutschland weitgehend herbeihalluzinierten Islamfeindlichkeit= versteht.=20 Dieser Strategie entspricht es, dass Rieger seinen in Disput und anderswo = nachgedruckten Artikel mit der Behauptung einleitet: =BBNach der Stigmatisie= rung der deutschen Linken hat die Nation ein neues Feindbild: den Islam.=AB = Und nicht umsonst dr=FCckt Rieger am Ende seines Artikels die Hoffnung aus, = =BBdass das Attentat in New York diese offene Debatte =FCber den Islam nicht v= erhindert, sondern erm=F6glicht=AB.=20 Claudia Dantschke (Jungle World, 52/01) hat auf die Verbandelung des Zirke= ls um Rieger mit der international agierenden obskurantistischen Islam-Pol= itsekte Murabitun und ihrem Gr=FCnder, dem als Scheich Abdulqadir as-Sufi od= er -al-Murabit zum Islam konvertierten Schotten Ian Dallas, hingewiesen. B= ereits Anfang der neunziger Jahre hatte es Proteste gegegen antisemitische= Aktivit=E4ten der damals noch in Freiburg ans=E4ssigen deutschen Murabitun-Se= ktion gegeben.=20 In der EKD-Zeitschrift Im Blickpunkt referiert Herbert L. M=FCller in einem = erfreulich kritischen Artikel =FCber Islamisten in Deutschland aus dem Buch = =BBDer Amal von Madina. Eine islamische Grundausbildung=AB des von ihm als =BBge= istige(r) Mentor der Aktivisten im Umfeld der Islamischen Zeitung=AB eingest= uften Scheichs: =BBDer 'Konstitutionalismus (...) ist nicht islamisch, er is= t freimaurerisch und demzufolge j=FCdisch.' (...) Eine Befreiung f=FCr einen '= authentischen Islam' gebe es erst dann, wenn man sich des westlichen Kredi= tsystems samt der damit verbundenen 'destruktiven j=FCdischen Kontrollsystem= e und der technisch versklavenden Politik' befreie.=AB=20 Zusammen mit zwei weiteren B=FCchern des antisemitischen Scheichs wird diese= s auf der B=FCcherservice-Seite eben jener Probeausgabe der IZ angepriesen, = die bei der eingangs erw=E4hnten Veranstaltung verteilt wurde. Eine im Mai 1= 999 in der IZ ver=F6ffentlichte Stellungnahme des Scheichs Abdalqadir as-Suf= i gegen den Kosovokrieg beginnt mit den apokalyptischen Worten: =BBDie j=FCdis= ch-christliche Zivilisation ist tot. Die gesamte zugrunde liegende Philoso= phie von Aufkl=E4rung, Revolution und Menschenrechten ist im Chaos zusammeng= ebrochen und f=E4llt nun als Staub auf die Massengr=E4ber der Muslime des Koso= vo herab.=AB=20 Der Journalist Anton Maegerle hat bereits 1992 im Antifa-Magazin Der Recht= e Rand darauf hingewiesen, dass die Murabitun-Sekte an =BBideologisches Geda= nkengut der Konservativen Revolution=E4re der Weimarer Republik=AB und an geis= tige =BBSteigb=FCgelhalter des Nationalsozialismus wie Ernst J=FCnger und Martin= Heidegger=AB ankn=FCpft. Auch daran hat sich nichts ge=E4ndert. Abu Bakr Rieger= beklagt in der IZ, dass =BBdas Werk Martin Heideggers, Ernst J=FCngers oder C= arl Schmitts nie im Diskurs der politischen Welt des Islam angekommen=AB sei= .=20 An anderer Stelle schreibt er: =BBDas intellektuelle Versagen der 68er war e= s auch, das Wesen der Finanztechnik oder des Wuchers nie begriffen zu habe= n. Das Denken Martin Heideggers um das 'Gestell der Finanztechnik' war der= Linken in ideologischer Verbohrung nie zug=E4nglich.=AB Dazu f=E4llt Rieger auc= h der =BBrational betrachtet anti-deutsche Euro=AB ein. IZ-Gesch=E4ftsf=FChrer Ahm= ad Gross empfiehlt in der IZ =BBdie bahnbrechenden Werke von Herrn Ian Dalla= s (...), die uns europ=E4ischen Muslimen einen frischen Zugang zu Beethoven,= Goethe, Schiller, Wagner, J=FCnger usw. er=F6ffnet haben=AB. Auf den Internetse= iten der IZ findet sich eine von Scheich Abdalqadir as-Sufi al-Murabit erl= assene =BBFatwa =FCber die Anerkennung J.W. v. Goethes als Muslim=AB, die vom =BBA= mir der Gemeinschaft der Muslime in Weimar, Hadsch Abu Bakr Rieger=AB autori= siert wurde.=20 Was wollen die Proselyten vom Weimarer Zentrum/IZ in der deutschen Geistes= geschichte von der Klassik =FCber die Romantik bis zu den rechten Vordenkern= gefunden haben=3F In der IZ gibt ein Ayyub M=FChlbauer Antworten auf die sch=F6= ne Frage: =BBWas k=F6nnen Muslime von Ernst J=FCnger lernen=3F=AB=20 Der Autor beruft sich auf J=FCngers Erfahrungen =BBsowohl als K=E4mpfer als auch= als Teilnehmer der Industriegesellschaft, als Waldg=E4nger, als Tr=E4umer=AB. B= esonders fasziniert ihn =BBJ=FCngers Auffassung =FCber den Schmerz. (...) Der Sc= hmerz scheint die Ethik seiner Grenzrealit=E4t zu sein. Hier kann der Mensch= an der Grenze, in Erfahrungen, die der Mensch normalerweise nicht mehr ma= cht, zeigen, wer er ist.=AB=20 Nach einer Heidegger entlehnten Kritik an der =BBErsetzbarkeit und Austausch= barkeit des aus dem Zusammenhang Gerissenen=AB, das durch =BBAbwesenheit von A= uthenzit=E4t=AB gekennzeichnet sei, lobt er an J=FCnger, =BBden Blick wieder auf u= rspr=FCngliche Zusammenh=E4nge zu richten, das Echte=AB. Deshalb preist er auch = =BBJ=FCngers Vorliebe, nur fernab von allem st=E4dtischen Verkehr in l=E4ndlicher = Einsamkeit zu leben=AB, und seine Ablehnung der =BBBlasiertheit des Gro=DFst=E4dte= rs=AB. Schlie=DFlich landet M=FChlbauer =FCber die Begeisterung f=FCr J=FCngers Schmer= z- und Todesfantasien beim (selbstverst=E4ndlich nicht terroristisch gemeint= en) Djihad und den =BBParadiesbeschreibungen des Qur'an=AB, weil =BBgerade dort,= im Jenseits, nicht im Diesseits, das Leben durch die Sch=F6pferkraft Gottes= authentisch wird=AB.=20 Ahmad Gross begeistert sich daran, dass =BBErnst J=FCnger die Wendung von der = Politik, von der Geschichte zum Mythos=AB vollzieht. Auch auf Vordenker der = so genannten neuen Rechten wie den J=FCnger-Sekret=E4r Armin Mohler und Botho = Strau=DF wird Bezug genommen. Wem diese Bocksges=E4nge des alt- und neurechten= zivilisationskritischen Authenzit=E4tswahns noch nicht reichen, sei noch de= r (nicht namentlich gezeichnete) Artikel =FCber die =BBFitra der Germanen=AB dri= ngend empfohlen.=20 =BBFitra=AB, so wird uns erkl=E4rt, ist =BBdie erste, nat=FCrliche Lebensweise des M= enschen, der in Harmonie mit der Natur lebt=AB, also eine Art Identit=E4tsursu= ppe oder, philosophisch ausgedr=FCckt, ontologische Wesensschau. =BBDie antike= deutsche Geschichte ist reich an Lebensweisen, die dem entsprechen, was d= er Prophet Muhammad, Friede sei mit ihm, in Mekka und Medina als sein Vorb= ild hinterlassen hat=AB, schw=E4rmt der Autor und f=E4hrt fort: =BBWie bei den Mus= limen stand die Familie in hohem Ansehen, (...) die verwandten Sippen unte= rwarfen sich den H=E4uptlingen - den Gau-F=FChrern=AB, welche aus der =BBElite der= freien M=E4nner gew=E4hlt=AB worden seien.=20 Solche Ausf=FChrungen lassen kaum noch Zweifel bestehen, dass es sich bei di= esem deutschen =BBwahren Islam=AB wohl eher um authentisch v=F6lkisches Eliteden= ken handelt. Angekn=FCpft wird hier offensichtlich besonders an die kryptona= zistischen Ideologeme, die sich auch in der Esoterikszene gro=DFer Beliebthe= it erfreuen.=20 Peter Kratz nannte auf dem =BBKongress gegen Irrationalismus, Esoterik und A= ntisemitismus=AB, der im Juli 2000 in M=FCnchen stattfand, als gemeinsamen Nen= ner und Verbindunglinie von New-Age und Esoterik zur Naziszene die Traditi= on der =BBpr=E4faschistischen Literatur des 19. Jahrhunderts=AB und das Konzept = des Organizismus in der =BBganzheitlichen Weltanschauung=AB. Der Goethe-Fimmel= der Murabitun-J=FCnger beruht auf =E4hnlichen =BBganzheitlichen=AB Grundlagen wie= der der Anthroposophen mit ihrer Affinit=E4t zu Theosophie und =BBWurzelrasse= n=AB.=20 Die Islambegeisterung deutscher Konvertiten ist so nach bzw. neben indisch= en Gurus wie Bhagwan, Buddhismus und Dalai Lama zu einem weiteren Renner d= es identit=E4ren Bed=FCrfnisses nach sinn- und gemeinschaftsstiftendem Ringelp= ietz avanciert. Davon zeugen zahlreiche Webseiten deutscher Islamisten, au= f die man bei der Suche nach Abu Bakr Riegers Artikeln neben den =DCbernahme= n durch =BBseri=F6se=AB Publikationen aus dem kirchlichen oder linken Bereich st= =F6=DFt (z.B. www.islam.at, das =BBInstitut f=FCr islamische Bildung=AB eines Muhama= d Abu Bakr M=FCller, der neben Riegers Artikel in einem eigenen Text Antisem= itisches zum 11. September anbietet: Die israelischen und j=FCdischen Besch=E4= ftigten im WTC seien am Tag des Attentates gewarnt worden, Afghanistan sei= die neue =BBGaskammer des Westens=AB und dieser selbst das Dritte Reich von h= eute etc.).=20 Wie leicht sich romantischer Antikapitalismus und Antiimperialismus samt i= hren teils offenen, teils latenten Affinit=E4ten zum Antisemitismus mit Nazi= ideologie und Islamismus verbinden, ist bereits vor einigen Jahren am Fall= der deutschen Konvertiten der Antiimperialistischen Zellen deutlich gewor= den.=20 Trotz aller hier zusammengetragenen Evidenz ist die Gleichungsformel der b= ahamas falsch, =BBKoran ist Heidegger f=FCr Analphabeten=AB, nicht nur weil es s= ich offensichtlich um gebildete Leute handelt. Die Beziehung ist vermittel= t durch die regressive und autorit=E4re Sehnsucht nach einer organischen Gem= einschaft als Zuflucht vor den =BBkalten=AB, abstrakten Verh=E4ltnissen der kapi= talistischen Warenvergesellschaftung, die dann im Antisemitismus als =BBj=FCdi= sch=AB personifiziert werden.=20 Dies ist das gemeinsame Dritte der romantischen Gegenaufkl=E4rung deutscher = Tradition mit ihren protofaschistischen Erben von der =BBkonservativen Revol= ution=AB bis zur neuen Rechten und des =BBindigenen=AB arabischen Islamismus. Vo= n einer anderen Seite her droht dieser Vermittlungszusammenhang ebenfalls = ausgeblendet zu werden, wenn der Islamismus lediglich diskurstheoretisch a= ls eine die orientalistische Fremdzuschreibung verkehrende Selbstorientali= sierung gedeutet wird. Bei den islamistischen Konvertiten allerdings begeg= net sich =FCber die Regression auf die organische Gemeinschaft der spezifisc= h deutsche Identit=E4tswahn im islamischen =BBFremden=AB wie in einem Spiegel se= lbst.=20 Bei den Aktivit=E4ten des IZ-Zirkels handelt es sich somit auch um einen Ver= such, origin=E4r alt- und neurechte Topoi nun als Dawa - d.h. islamische Mis= sionierung, ein weiteres Lieblingsthema der IZ - in den linken und =BBzivilg= esellschaftlichen=AB Diskurs einzuf=FChren. Das funktioniert =E4hnlich wie das b= ereits aus den achtziger Jahren bekannte Andocken des neurechten =BBEthnoplu= ralismus=AB an soziale Bewegungen wie die =D6ko- und Friedensbewegung.=20 Gleichzeitig wird die angebliche Alternative der ganzheitlichen =BBeinfachen= Lebenpraxis der Muslime=AB auch unter den Auspizien des von der Postmoderne= ausgerufenen Zusammenbruchs der =BBGrand Narratives=AB von Sozialismus, Forts= chritt und Nation (man gibt sich in der IZ betont anti-nationalstaatlich) = als Container einer nicht westlichen Anti-Moderne genutzt, aus dem sich Si= nnh=E4ppchen an diverse ideologische Bed=FCrfnisse austeilen lassen: romantisc= her Antikapitalismus und Antiimperialismus f=FCr frustrierte Linke, vom =BBSch= eitern der gr=FCnen Partei=AB entt=E4uschten =D6kos wird der Islam als =BBwirklich a= uthentische gr=FCne Alternative=AB (Rieger) angedient, und vor allem immer wie= der strukturell antisemitische Geldkritik am =BBZinswucher=AB der internationa= len Banker.=20 Es h=E4ngt mit auch in der Linken herumwabernden regressiv-identit=E4ren Sehns= =FCchten zusammen, wenn der Zirkel um Abu Bakr Rieger und seine IZ/Weimar In= stitut so relativ m=FChelos Eingang in Foren von der PDS =FCber Globalisierung= skritikerInnen und Anarchisten bis zur evangelischen Kirche und den Gr=FCnen= gefunden haben. Dies paart sich allerdings mit der Naivit=E4t eines gutmens= chenhaften Antirassismus, der wegen des angeblich st=E4ndig drohenden =BBFeinb= ildes Islam=AB bei selbst ernannten =BBStimmen eines moderaten Islam=AB nichts A= rges denken und schon gar nicht so genau hinschauen mag.=20 Er ist sozusagen die wohlwollende R=FCckseite des deutschen Erschauerns vor = dem =BBFremden=AB, das sich sonst im rassistischen Affekt austobt. Detlev Clau= ssen ist daher nur zuzustimmen, wenn er eine bestimmte =BBantirassistische I= deologie=AB als =BBK=FCmmerform von Gesellschaftskritik=AB bezeichnet. Claussen er= innert an die Herkunft rassistischer Ideologien aus einer anti-emanzipator= ischen, romantischen Gegenaufkl=E4rung und zieht den Schluss: =BBWas Adorno zu= m Kampf gegen den Antisemitismus gesagt hat, gilt ebenso f=FCr den Rassismus= : Den Rassismus kann nicht bek=E4mpfen, wer zur Aufkl=E4rung sich zweideutig v= erh=E4lt.=AB Dasselbe gilt auch f=FCr die Auseinandersetzung mit dem Islamismus = in seinen =BBindigenen=AB wie deutsch-konvertierten Spielarten.=20 =5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F Keine verlorenen Lotto-Quittungen, keine vergessenen Gewinne mehr!=20 Beim WEB.DE Lottoservice: http://tippen2.web.de/=3Fx=3D13
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Markup © John King, July 2001.