An die Redaktion der "Weltwoche" Leserbriefe Postfach 8021 Zürich Zürich, den 20. Februar 1998 Sehr geehrte Damen und Herren Die Deutschen scheinen zu ihrer Vergangenheit ein ähnliches Verhältnis zu haben wie zu ihren Exkrementen. Objektiv ist ihnen darin sogar beizupflichten. Es ist verständlich, dass manche von ihnen Zeugen wie Ernst Jünger als ärgerliche Relikte aus jener bösen Zeit empfinden. Dieser Autor aber hat mit einer unbestechlichen Beobachtungsgabe, einer seltenen Intelligenz und einer heute kaum noch anzutreffenden Sprachkraft die jeweilige Aktualität während über achtzig Jahren beschrieben und durchdacht und nicht immer angenehm kommentiert. Wenn es dem Leser dabei manchmal bang wird, liegt es eher an den dunklen Seiten der menschlichen Seele, die berührt werden, als an Ernst Jünger. Nun ist dieser Mann gestorben. Die "Weltwoche" hat das Privileg, mit dem Beitrag von Willi Winkler den denkbar geschmacklosesten und dümmsten Nachruf publiziert zu haben. Das Blatt verkommt allmählich zum bedruckten Papier. Weil es für diesen Zweck zu teuer ist, kündige ich das Abonnement. Hakle ist billiger. Mit freundlichen Grüssen Dr. U.Oswald (note for the members of the list: "Weltwoche" is a Swiss weekly periodical founded in the thirties, once with a great reputation but now obviously wearing off. "Hakle" is the brand name of a toilet paper.Winkler is a critic nobody has ever heard of but who thinks it great to bring forward again all these cheap and unspeakable prejudices we all know, obviously without ever having read one line of Jünger.)
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