Ernst Juenger, Die Schere > 30 > > In der Vorschau hat ein Zeitsprung stattgefunden; eine Vorhut wurde > vorausgeschickt. Insofern wird in der Schau nicht Zukünftiges, sondern > Vergangenes gesehen. Der Vorschauer hat die Gegenwart überholt. So kam > es zur verblüffenden Identität des Geschauten und seiner Wiederholung in > der Zeit. > Für Schopenhauer galt das Zweite Gesicht als Bestätigung seiner These, > »daß alles, was geschieht, mit strenger Notwendigkeit eintritt«. Den > jungen Grillparzer hat solch »unentrinnbares Verhängnis« bestürzt. Sein > Schicksalsdrama »Die Ahnfrau« wird von der Kritik als »vorübergehende > Irrung« eingestuft. > Da es sich aber beim Zweiten Gesicht um eine Rückschau handelt, ist auch > dessen Notwendigkeit normal. Absolut notwendig und nicht zu verändern > ist alles Vergangene. Schiller: Was man von der Minute ausgeschlagen, > Gibt keine Ewigkeit zurück. > 30 In the prewiew a time-leap has occurred, an advance guard was sent off. Accordingly, in the vision not future events, but past ones are seen. The visionary has overtaken the present time. Thus came about the astonishing identity of the foreseen and its repitition in time. Schopenhauer took the second sight as a confirmation for his thesis "that all that occurrs does so with strict necessity". Young Grillparzer was consterned by this "unescapeable destiny". His fate-drama "Die Ahnfrau" is rendered a "transitory erring" by reviewers. But because the second sight is a retrospective view, also its necessity is normal. Absolutely necessary and not alterable is all that has passed. Schiller: What one has declined from the minute, no eternity will return. Greetings Walter
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