It is a well known fact
that EJ was no supporter of the Third Reich,
of which standpoint _Auf den Marmorklippen_
may be the best proof also numerous remarks
by him in the WWII diaries. etc.
Wahrscheinlich war er kein "supporter" aber immerhin einer, der sich mit
dem Regime abfinden konnte. Die Reaktionen (auch von Herrn Rebing) auf meine
Zuschrift rufen nach folgenden Bemerkungen meinerseits.
Vorweg bemerkt: ich bin zwar kein Literaturprofi sondern Jurist,
aber etwas von EJ habe ich gleichwohl gelesen: Stahlgewitter (1969 als
21-jähriger Füsilierkorporal; hat mich enorm in meinem jugendlichen
Militarismus bestätigt) , Subtile Jagden , Marmorklippen, +/- alle
Tagebücher, und andere mindere Sachen wie Siebzig Verweht u. dgl. Ich
kenne den Herrn also nicht nur von den Photos, obschon ich, als alter
Troupier, mir durchaus anmasse, einen Mann auch nach seinem Exterieur zu
beurteilen.
Dass EJ sich mit den Nazis kompromittiert hat, stört mich im
Prinzip nicht. Haben andere lesenswerte Autoren auch (von Doderer,
Lernet-Holenia). Was mich aber irritiert, ist wenn aus Verehrerkreisen klare
Fakten negiert werden, und jemand fast zum Widerstandskaempfer
emporstilisiert wird, nur weil er in seinen Büchern Hitler Kniébolo nennt
oder in Form von doch recht leisen Andeutungen das Regime kritisiert. Diese
Versuche sind ohnehin untaglich . Die Virginitaet laesst sich nicht wieder
flicken.Wer sich geistig EJ annaehern will, muss diesen Aspekt seiner
Biographie mit in Kauf nehmen.
Sie sagen , man muesse die historische Situation erlebt haben usw.
Nun, ich gebe zu, dass einige derer, die unter der Hitlerfahne ins Feld
gezogen sind, entschuldbar sind oder sogar in einem gewissen Sinne unsere
menschchliche Sympathie verdienen koennen. Ich denke an die deutschen
Gymnasiasten (--> Film: Die Brücke), die sich 1945 voller Idealimus (zu
einem Zeitpunkt, als sich EJ laengst in der Lüneburger Heide verschlauft
hatte) den russischen Tanks entgegengeworfen haben.
Mit EJ liegt die Sache aber aus vielen Gruenden eine Nuance anders. Er
wusste von Anfang an, dass die Sache der er als Soldat diente, schlecht war,
hat aber gleichwohl keine Konsequenzen daraus gezogen, sondern ist ohne viel
mit der Wimper zu zucken in den Krieg mitgezogen. (Uebrigens, war seine
Kompanie nach der Niederwerfung Frankreichs nicht auch zum
Triumph-Vorbeimarsch unter dem Arc de Triomphe kommandiert? Was für eine
Sternstunde für den alten Geck!). Als berühmter Schriftsteller und WK-I-
Held haette er eine reelle Chance gehabt,durch ein klares und
unmissverstaendliches Nein etwas zu bewirken. Er hat aber, seinem Typus
entsprechend, laviert.
Das ziegt, dass man trotz Pour-le-merite einen bedenklichen Mangel an
Zivilcourage aufweisen kann.
I think you should perhaps at this stage
provide proof of Juenger's support of
Hitler's policies, for instance quotes
from his writings.
Vide supra. Non mihi onus probandi.
As a Swiss militia officer I guess you have
have no war experience.
Neither have I,a volunteer officer in the Swedish army.
Dafür klebt an unseren Waffen kein unschuldiges Blut, und wir koennen,
trotz unserer militaerischen Insignifikanz, unseren schlichten Offiziersrock
aufrechten Hauptes tragen. So nicht EJ und Konsorten, trotz Pour le merite.
I think maybe Swiss and Swedish should
not be too hasty in judging those who had
to fight the actual thing during the 20th century.
Sie haben nur bis zu einem Grade recht. Auch wenn wir vielleicht in
derselben Situation ebenfalls versagt hätten, müssen wir nicht hinnehmen,
dass man ethisch bedenkliches Verhalten überschminkt.
Gerade wer berufen ist, EJ der Jugend zu servieren, muss klaren Wein
einschenken.
Greetings
Bertil Haggman
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