ernst jünger in cyberspace

mailing list archive - Re: EJ Leistete Widerstand 1933 - 1945

Ganz einfach und strafrechtlich-juristisch gesehen: EJ könnte sich der
psychischen Beihilfe schuldig gemacht haben, denn er ist eben nicht
emigriert, eben nicht aufgestanden, eben nicht ins Ausland gegangen und wenn
man ganz hart ist, so könnte man darauf kommen, daß er genauso ein Mitläufer
war und wiederum juristisch gesprochen möglicherweise eine geringere Schuld
tragen mag.
Aber das unbedingt als Widerstand zu bezeichnen?
Ist das Anlegen einer Wehrmachtsuniform denn Widerstand? Sicher nicht!
Und auch nicht mit irgendeinem verklärten Blick zu rechtfertigen. Jünger
hätte sicherlich einen anderen Führer mehr unterstützt, nur, daß heißt noch
lange nicht, daß das was er tat und wie er sich verhielt mit dem Wort
Widerstand zu benennen ist.

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Bertil Häggman <bertil.haggman@helsingborg.se>
An: ernst-juenger-l@maillist.ox.ac.uk <ernst-juenger-l@maillist.ox.ac.uk>
Datum: Montag, 8. Februar 1999 21:08
Betreff: EJ Leistete Widerstand 1933 - 1945


>
>>    Sie tragen die  Beweislast für die ethische Einwandfreiheit EJ's,
nicht
>>ich die des Gegenteils. Als der Krieg ausbrach hatte es schon so etwas wie
>>die Kristallnacht gegeben, und niemand konnte über die ethische
>>Verwerflichkeit des Nazi-Regimes im Zweifel sein. Wer dann trotzdem unter
>>Hitlers Fahnen ins Feld ins Feld zieht, ist trotz allen
Mentalreservationen
>>ein Komplize, wenn auch ein schäbiger.
>
>
>Die Linke hat sich sehr um EJ bemueht. Noch Anfang der 30-er Jahre
>versuchte Karl Radek, Abgesandter von Komintern, EJ fuer die
>Weltrevolution zu gewinnen. In 1944 hat der Schriftsteller und spaetere
>DDR-Kulturminister, Johannes R. Becher, via Rundfunk vom
>Moskau aus EJ zum Aufstand gegen das NS-Regime aufgerufen.
>EJ war natuerlich ein Gegner und nicht Unterstuetzer
>der Hitlerregime. Komplize? Beweise bitte.
>
>Bertil Haggman
>
>



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