Darmt=E4dter Echo, 12. M=E4rz 2002,=20 =20 B=F6ser Theaterspa=DF Opernurauff=FChung: Giorgio Battistellis =84Marmorklippen=93 in Mannheim =20 =20 =20 =20 Ernst J=FCngers =84Marmorklippen=93 ist ein umstrittenes Buch. Das hat mit dem E= ntstehungsjahr 1939, kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, zu tun. Vo= r allem die Beschreibung des Schindortes =84K=F6ppelsbleek=93 schien als Vorahnu= ng (oder Wissen) kommender Vernichtungslager merkw=FCrdig. J=FCnger selbst hat= indes reichlich verbale Nebelkerzen geworfen und zus=E4tzlich verunklart. Daraus aber eine Oper machen zu wollen, grenzt an Tollk=FChnheit. Es gibt we= der Dialoge noch direkte Rede. Die Sprache ist schw=FClstig. Der 1953 gebore= ne italienische Komponist Giorgio Battistelli, ein bekennender J=FCnger-Fan,= war klug genug, die vielleicht zum Oratorium taugliche Vorlage in =84Musika= lische Visionen=93 umzugie=DFen. Bereits 1989 hat er sich mit dem Orchesterst=FC= ck =84Anarca=93 J=FCngers Lieblingsfigur, dem =84Anarchen=93, gen=E4hert. Die am Mannheimer Nationaltheater mit gro=DFem Publikumserfolg uraufgef=FChrte= Auftragsarbeit thematisiert entlang von stichwortartig montierten J=FCnger-= Zitaten (Auswahl Giorgio Van Staren und der Komponist) das allm=E4hliche Ein= sickern des B=F6sen, konzentriert in der mythischen Figur des auf vier Basss= timmen verteilten Oberf=F6rsters in die nur scheinbar friedvolle Welt der Ma= rina, die ihrer unausweichlichen Vernichtung entgegengeht. Die beiden in e= iner Klause mit dem Anlegen von Herbarien befassten Br=FCder Minor und Otho = (Thomas Berau, Thomas Jesatko) haben ebenso wenig klassische Hauptrollen w= ie der als zus=E4tzliches Instrument eingesetzte, meist vokalisierende Chor.= Battistelli hat dazu raffiniert instrumentierte sinfonische Klangbilder ko= mponiert. Sie wurzeln in einem s=FCffig rekapitulierten 19. Jahrhundert, sch= lie=DFen Choral und Polyphonie mit ein und sind durch gesampelte Zuspiele un= d Originalt=F6ne auf den neusten Stand gebracht. Er beherrscht das musikalis= che Handwerk mit der Pr=E4zision eines Filmkomponisten. Man wei=DF eigentlich = immer, wann die b=F6sen Buben um die Ecke kommen. Dass die von Adam Fischer, Orchester, Chor und Ensemble mit staunenswertem= Engagement realisierte Premiere dennoch nicht abst=FCrzte, lag an dem gro=DFa= rtigen katalanischen Regie- und Ausstattungskollektiv La Fura dels Baus, d= as der wenig dramatischen Partitur Bilder von fantastischer Pr=E4gnanz und V= erwegenheit =FCberst=FClpte. 90 pausenlos durchgespielte Minuten, die die Thea= termaschinerie auf das Spektakul=E4rste in Bewegung hielten und das Auge mit= Farben, Lichtk=FCnsten, Projektionen, Gauklern, Feuerschluckern, Stelzeng=E4n= gern und Luftakrobaten vollauf besch=E4ftigten. Das sprengt den Guckkasten, = rettet aber Battistellis nicht eben nachhaltige Musik. Es war ein b=F6ser Th= eaterspa=DF. =20 Sigrid Feeser =5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F Keine verlorenen Lotto-Quittungen, keine vergessenen Gewinne mehr!=20 Beim WEB.DE Lottoservice: http://tippen2.web.de/=3Fx=3D13
Markup © John King, July 2001.