ernst jünger in cyberspace

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>Reply-To: juenger-list@juenger.org
>To: juenger-list@juenger.org
>Subject: Juenger-list digest, Vol 1 #74 - 7 msgs
>Date: Fri, 15 Mar 2002 18:20:25 -0500 (EST)
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>Today's Topics:
>
>    1. marmorklippen-oper / besprechung d. WELT (wimbauer@web.de)
>    2. 
>=?iso-8859-1?Q?marmorklippen-oper=20/=20besprechung=20d.=20DARMST=C4DTER=20ECHO?= 
>(wimbauer@web.de)
>    3. To Roberto Re: The Majority (Rebing@t-online.de)
>    4. marmoklippen-oper / besprechung d. ZEIT (wimbauer@web.de)
>    5. Virus-Warnung (w.krisai@kabsi.at)
>    6. RE: Gadamer (Carlos Mancini)
>    7. EJ on Globalization (Bertil Haggman)
>
>--__--__--
>
>Message: 1
>Date: Wed, 13 Mar 2002 11:26:54 +0100
>Organization: http://freemail.web.de/
>From: <wimbauer@web.de>
>To: "jüngerlist" <juenger-list@juenger.org>
>Subject: [Juenger-list] marmorklippen-oper / besprechung d. WELT
>
>Die WELT, 13. M=E4rz 2002, Berlin
>          =20
>Wie man aus nichts eine Oper macht
>In Mannheim wurden Ernst J=FCngers Marmorklippen erfolgreich unter Musik 
>ges=
>etzt=20
>Von Stephan Hoffmann
>
>Es ist das am wenigsten dramatische St=FCck, das man sich vorstellen kann. 
>I=
>n Ernst J=FCngers Roman =84Auf den Marmorklippen=93, der 1939 kurz vor 
>Ausbruch =
>des Krieges entstand, gibt es nicht eine einzige w=F6rtliche Rede, daf=FCr 
>abe=
>r lange atmosph=E4rische Beschreibungen, h=E4ufig Beschreibungen 
>gnadenloser G=
>rausamkeiten; nicht selten sind sie schw=FClstig und manieriert. All diese 
>M=
>erkmale empfehlen den Roman nicht gerade zur Musikalisierung. Doch der ita=
>lienische Komponist Giorgio Battistelli verehrt Ernst J=FCnger schon lange, 
>=
>mit den =84Marmorklippen=93 besch=E4ftigt er sich seit den 80er Jahren, und 
>er w=
>ollte wissen, ob es trotzdem geht. =84Oper=93 mochte er das Resultat nicht 
>nen=
>nen =96 und eine Oper im traditionellen Sinn ist es auch nicht.
>
>Es geht um den uralten Kampf des Guten gegen das B=F6se: Die friedlichen 
>Bew=
>ohner des Phantasielandes Marina m=FCssen sich der barbarischen Horden des 
>O=
>berf=F6rsters erwehren. Doch das gelingt ihnen nicht, am Ende steht das 
>ganz=
>e Land in Flammen. Eine Hauptperson gibt es nicht. Am ehesten spielte Thom=
>as Berau, so etwas wie eine Hauptrolle; er lieh J=FCngers Ich-Erz=E4hler, 
>dem =
>Bruder Minor, seine =FCberzeugende Stimme. Im =FCbrigen hat Battistelli aus 
>di=
>esem St=FCck eine Art Choroper gemacht, wobei der Chor als zus=E4tzliches 
>Inst=
>rument eingesetzt ist; er singt Kl=E4nge und Silben, keine Texte.=20
>
>Im Orchester kultiviert Battistelli ein symphonisches Klangbild, das sich =
>am musikalischen Vokabular des 19. Jahrhunderts orientiert, erweitert um e=
>inige Klangeffekte, wie man sie aus der Filmmusik kennt: Beim bedrohlichen=
>  Orchestergrummeln ahnt man, dass die B=F6sen im Anmarsch sind. Damit 
>macht =
>Battistelli es seinen H=F6rern leicht. Battistellis Musik, vom Mannheimer 
>Or=
>chester unter Adam Fischer hochkompetent und klangsinnlich realisiert, wil=
>l nie ein Kontrapunkt zum B=FChnengeschehen sein: Sie verdoppelt und hat 
>den=
>selben Hang zum Schw=FClstigen wie J=FCngers Sprache.
>
>Nicht auszudenken, was herausk=E4me, wenn dieses St=FCck vom 
>Oberspielleiter i=
>rgendeines Stadttheaters inszeniert w=FCrde. Aber bei der Mannheimer 
>Urauff=FC=
>hrung f=FChrte Carlos Padrissa Regie, der zur spanischen Theaterkompanie 
>=84La=
>  Fura dels Baus=93 geh=F6rt. Unglaublich, was diese Inszenierung an 
>phantastis=
>cher Bildkraft (und damit an Bedeutung) aus dem St=FCck herausholte; das 
>Wor=
>t =84herausholen=93 greift eigentlich zu kurz, denn er setzt ja voraus, 
>dass d=
>as Herausgeholte im St=FCck angelegt ist. In Wahrheit f=FCgte die 
>Inszenierung=
>  dem St=FCck ganz neue Sinnebenen hinzu und liefert so das, was der 
>Untertit=
>el verspricht: =84Musikalische Visionen=93.=20
>
>Ein Beispiel: Im achten der neun Bilder geht es um den offenen Kampf der B=
>ewohner von Marina gegen die Horden des Oberf=F6rsters. Mit Hilfe von 
>Gaukle=
>rn und Feuerschluckern, durch pr=E4zise Beleuchtung, mit 
>Zwischenvorh=E4ngen u=
>nd Projektionen, durch Video-Einblendungen und Luftakrobaten wurde hier et=
>was ins Bild gesetzt, was =FCber das szenische Angebot einer =FCblichen 
>Musikt=
>heater-Regie weit hinausgeht. Eigentlich sprengt es auch die 
>b=FChnentechnis=
>chen M=F6glichkeiten des Mannheimer Theaters. Dass dieses Feuerwerk an 
>Pr=E4zi=
>sion, bei dem alle R=E4dchen der Theatermaschinerie ineinander greifen 
>m=FCsse=
>n, derart perfekt funktionierte =96 und das =FCber 90 pausenlose Minuten 
>hinwe=
>g =96: Da kann man wirklich nur staunen. Diese Produktion ist ein 
>Musterbeis=
>piel f=FCr die Leistungsf=E4higkeit eines st=E4dtischen Theaters und f=FCr 
>die Pha=
>ntasie einer gelungenen Inszenierung. Das St=FCck selbst.
>=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F
>Keine verlorenen Lotto-Quittungen, keine vergessenen Gewinne mehr!=20
>Beim WEB.DE Lottoservice: http://tippen2.web.de/=3Fx=3D13
>
>
>
>
>--__--__--
>
>Message: 2
>Date: Wed, 13 Mar 2002 11:56:03 +0100
>Organization: http://freemail.web.de/
>From: <wimbauer@web.de>
>To: "jüngerlist" <juenger-list@juenger.org>
>Subject: [Juenger-list] 
>=?iso-8859-1?Q?marmorklippen-oper=20/=20besprechung=20d.=20DARMST=C4DTER=20ECHO?=
>
>Darmt=E4dter Echo, 12. M=E4rz 2002,=20
>=20
>  B=F6ser Theaterspa=DF
>Opernurauff=FChung: Giorgio Battistellis =84Marmorklippen=93 in Mannheim
>=20
>=20
>=20
>=20
>Ernst J=FCngers =84Marmorklippen=93 ist ein umstrittenes Buch. Das hat mit 
>dem E=
>ntstehungsjahr 1939, kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, zu tun. Vo=
>r allem die Beschreibung des Schindortes =84K=F6ppelsbleek=93 schien als 
>Vorahnu=
>ng (oder Wissen) kommender Vernichtungslager merkw=FCrdig. J=FCnger selbst 
>hat=
>  indes reichlich verbale Nebelkerzen geworfen und zus=E4tzlich verunklart.
>Daraus aber eine Oper machen zu wollen, grenzt an Tollk=FChnheit. Es gibt 
>we=
>der Dialoge noch direkte Rede. Die Sprache ist schw=FClstig. Der 1953 
>gebore=
>ne italienische Komponist Giorgio Battistelli, ein bekennender 
>J=FCnger-Fan,=
>  war klug genug, die vielleicht zum Oratorium taugliche Vorlage in 
>=84Musika=
>lische Visionen=93 umzugie=DFen. Bereits 1989 hat er sich mit dem 
>Orchesterst=FC=
>ck =84Anarca=93 J=FCngers Lieblingsfigur, dem =84Anarchen=93, gen=E4hert.
>
>Die am Mannheimer Nationaltheater mit gro=DFem Publikumserfolg 
>uraufgef=FChrte=
>  Auftragsarbeit thematisiert entlang von stichwortartig montierten 
>J=FCnger-=
>Zitaten (Auswahl Giorgio Van Staren und der Komponist) das allm=E4hliche 
>Ein=
>sickern des B=F6sen, konzentriert in der mythischen Figur des auf vier 
>Basss=
>timmen verteilten Oberf=F6rsters in die nur scheinbar friedvolle Welt der 
>Ma=
>rina, die ihrer unausweichlichen Vernichtung entgegengeht. Die beiden in e=
>iner Klause mit dem Anlegen von Herbarien befassten Br=FCder Minor und Otho 
>=
>(Thomas Berau, Thomas Jesatko) haben ebenso wenig klassische Hauptrollen w=
>ie der als zus=E4tzliches Instrument eingesetzte, meist vokalisierende 
>Chor.=
>
>
>Battistelli hat dazu raffiniert instrumentierte sinfonische Klangbilder ko=
>mponiert. Sie wurzeln in einem s=FCffig rekapitulierten 19. Jahrhundert, 
>sch=
>lie=DFen Choral und Polyphonie mit ein und sind durch gesampelte Zuspiele 
>un=
>d Originalt=F6ne auf den neusten Stand gebracht. Er beherrscht das 
>musikalis=
>che Handwerk mit der Pr=E4zision eines Filmkomponisten. Man wei=DF 
>eigentlich =
>immer, wann die b=F6sen Buben um die Ecke kommen.
>
>Dass die von Adam Fischer, Orchester, Chor und Ensemble mit staunenswertem=
>  Engagement realisierte Premiere dennoch nicht abst=FCrzte, lag an dem 
>gro=DFa=
>rtigen katalanischen Regie- und Ausstattungskollektiv La Fura dels Baus, d=
>as der wenig dramatischen Partitur Bilder von fantastischer Pr=E4gnanz und 
>V=
>erwegenheit =FCberst=FClpte. 90 pausenlos durchgespielte Minuten, die die 
>Thea=
>termaschinerie auf das Spektakul=E4rste in Bewegung hielten und das Auge 
>mit=
>  Farben, Lichtk=FCnsten, Projektionen, Gauklern, Feuerschluckern, 
>Stelzeng=E4n=
>gern und Luftakrobaten vollauf besch=E4ftigten. Das sprengt den Guckkasten, 
>=
>rettet aber Battistellis nicht eben nachhaltige Musik. Es war ein b=F6ser 
>Th=
>eaterspa=DF.
>
>=20
>Sigrid Feeser
>
>=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F
>Keine verlorenen Lotto-Quittungen, keine vergessenen Gewinne mehr!=20
>Beim WEB.DE Lottoservice: http://tippen2.web.de/=3Fx=3D13
>
>
>
>
>--__--__--
>
>Message: 3
>Reply-To: <Rebing@t-online.de>
>From: Rebing@t-online.de
>To: "juenger.list@juenger.org" <juenger-list@juenger.org>
>Date: Wed, 13 Mar 2002 20:23:40 +0100
>Subject: [Juenger-list] To Roberto Re: The Majority
>
>This is a multi-part message in MIME format.
>
>------=_NextPart_000_0028_01C1CACC.F6CF3B80
>Content-Type: text/plain;
>	charset="iso-8859-1"
>Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
>
>
>
>From: Rebing@t-online.de=20
>To: Roberto=20
>Sent: Wednesday, March 13, 2002 8:51 AM
>Subject: Re: [Juenger-list] Re: The Majority
>
>
>Roberto, the mail you sent me was empty, the attachment likewise. Virus? =
>Please send your messages by ordinary e-mail and avoid attachments! GR
>PS: I have to send this via the List because something seems wrong with =
>your private e-mail address:=20
>"The original message was received at Wed, 13 Mar 2002 08:52:37 +0100 =
>(MET)
>from mailout09.sul.t-online.com [194.25.134.84]
>
>    ----- The following addresses had permanent fatal errors -----
><_rcalvom@ctv.es>
>
>    ----- Transcript of session follows -----
>(ctv.es) Nombre de usuario sintacticamente incorrecto.
>550 <_rcalvom@ctv.es>... User unknown"
>
>----------------------------
>Dr. G=FCnter Rebing
>H=FCgel 20
>D-53359 Rheinbach
>Tel./Fax 02226-3980
>Mobil 0177-5961331
>E-Mail:
>g.rebing@eplus-online.de
>und
>Rebing@t-online.de
>----- Original Message -----=20
>From: Roberto=20
>To: g.rebing@eplus-online.de=20
>Sent: Tuesday, March 12, 2002 6:18 PM
>Subject: Re: [Juenger-list] Re: The Majority
>
>
>
>------=_NextPart_000_0028_01C1CACC.F6CF3B80
>Content-Type: text/html;
>	charset="iso-8859-1"
>Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
>
><!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.0 Transitional//EN">
><HTML><HEAD>
><META content=3D"text/html; charset=3Diso-8859-1" =
>http-equiv=3DContent-Type>
><META content=3D"MSHTML 5.00.2919.6307" name=3DGENERATOR>
><STYLE></STYLE>
></HEAD>
><BODY bgColor=3D#ffffff>
><DIV>&nbsp;</DIV>
><DIV><BR><B>From:</B> <A href=3D"mailto:Rebing@t-online.de"=20
>title=3DRebing@t-online.de>Rebing@t-online.de</A> </DIV>
><DIV style=3D"FONT: 10pt arial">
><DIV><B>To:</B> <A href=3D"mailto:_rcalvom@ctv.es"=20
>title=3D_rcalvom@ctv.es>Roberto</A> </DIV>
><DIV><B>Sent:</B> Wednesday, March 13, 2002 8:51 AM</DIV>
><DIV><B>Subject:</B> Re: [Juenger-list] Re: The Majority</DIV></DIV>
><DIV><BR></DIV>
><DIV><FONT color=3D#000080 face=3D"Courier New">Roberto, the&nbsp;mail =
>you sent me=20
>was empty, the attachment likewise. Virus? Please send your messages by =
>ordinary=20
>e-mail and avoid attachments! GR</FONT></DIV>
><DIV><FONT color=3D#000080 face=3D"Courier New">PS: I have to send this =
>via the List=20
>because something seems wrong with your private e-mail address: =
></FONT></DIV>
><DIV><FONT color=3D#000080 face=3D"Courier New">"The original message =
>was received=20
>at Wed, 13 Mar 2002 08:52:37 +0100 (MET)<BR>from =
>mailout09.sul.t-online.com=20
>[194.25.134.84]<BR><BR>&nbsp;&nbsp; ----- The following addresses had =
>permanent=20
>fatal errors -----<BR>&lt;_rcalvom@ctv.es&gt;<BR><BR>&nbsp;&nbsp; -----=20
>Transcript of session follows -----<BR>(ctv.es) Nombre de usuario=20
>sintacticamente incorrecto.<BR>550 &lt;_rcalvom@ctv.es&gt;... User=20
>unknown"<BR></FONT></DIV>
><DIV><FONT color=3D#000080 face=3D"Courier =
>New">----------------------------<BR>Dr.=20
>G=FCnter Rebing<BR>H=FCgel 20<BR>D-53359 Rheinbach<BR>Tel./Fax =
>02226-3980<BR>Mobil=20
>0177-5961331<BR>E-Mail:<BR><A=20
>href=3D"mailto:g.rebing@eplus-online.de";>g.rebing@eplus-online.de</A><BR>=
>und<BR><A=20
>href=3D"mailto:Rebing@t-online.de";>Rebing@t-online.de</A></FONT></DIV>
><DIV style=3D"FONT: 10pt arial">----- Original Message ----- </DIV>
><DIV=20
>style=3D"BACKGROUND: #e4e4e4; FONT: 10pt arial; font-color: =
>black"><B>From:</B> <A=20
>href=3D"mailto:_rcalvom@ctv.es"; title=3D_rcalvom@ctv.es>Roberto</A> =
></DIV>
><DIV style=3D"FONT: 10pt arial"><B>To:</B> <A=20
>href=3D"mailto:g.rebing@eplus-online.de"=20
>title=3Dg.rebing@eplus-online.de>g.rebing@eplus-online.de</A> </DIV>
><DIV style=3D"FONT: 10pt arial"><B>Sent:</B> Tuesday, March 12, 2002 =
>6:18 PM</DIV>
><DIV style=3D"FONT: 10pt arial"><B>Subject:</B> Re: [Juenger-list] Re: =
>The=20
>Majority</DIV>
><DIV><BR></DIV><IFRAME height=3D0 src=3D"cid:EA4DMGBP9p"=20
>width=3D0>
></IFRAME></BODY></HTML>
>
>------=_NextPart_000_0028_01C1CACC.F6CF3B80--
>
>
>
>--__--__--
>
>Message: 4
>Date: Thu, 14 Mar 2002 11:10:08 +0100
>Organization: http://freemail.web.de/
>From: <wimbauer@web.de>
>To: "jüngerlist" <juenger-list@juenger.org>
>Subject: [Juenger-list] marmoklippen-oper / besprechung d. ZEIT
>
>DIE ZEIT, Hamburg, Feuilleton 12/2002, 14. M=E4rz 2002
>
>Thesentraumnebel
>
>Giorgio Battistellis neue Oper "Auf den Marmorklippen" nach dem 
>Ernst-J=FCng=
>er-Roman in Mannheim
>
>von Wolfram Goertz
>
>
>Das Luzerner Tagblatt sah in dem Buch eine "Allegorie der Vorg=E4nge im 
>heut=
>igen Europa", Thomas Mann in dem Autor einen "eiskalten Gen=FCssling des 
>Bar=
>barismus", und Bertolt Brecht wollte ihn gar nicht Schriftsteller nennen, =
>man solle vielmehr sagen: "Er wurde beim Schreiben gesehen." In den 
>f=FCnfzi=
>ger Jahren geriet das Werk auf die Leseliste deutscher Schulen, dieweil di=
>e Kardinalfrage offen blieb: War Ernst J=FCngers Roman Auf den 
>Marmor-Klippe=
>n, 1939 in letzten Vorkriegstagen geschrieben, eine symbolisch getarnte, v=
>ision=E4re Aufkl=E4rungschrift =FCber Nazideutschland oder ein Versuch, 
>Blutst=FCr=
>zen, Todeslagern und Unterg=E4ngen etwas Sch=F6nes abzugewinnen=3F
>
>Irgendwann wurde es um J=FCnger ruhig, die Debatte z=FCngelte, gleichsam 
>erinn=
>erungsnotorisch, nur noch zu Geburts- und Todestag. Doch jetzt sind die Ma=
>rmor-Klippen auf der Opernb=FChne angekommen - als Vorlage einer 
>Komposition=
>  des Italieners Giorgio Battistelli. Der hat mit seinem Librettisten 
>Giorg=
>io van Straten die Parabel von der Ausl=F6schung der "sch=F6nen St=E4dte am 
>Rand=
>e der Marina" durch die Mordlust des jovialen "Oberf=F6rsters" mit 
>Ehrfurcht=
>  vor vollst=E4ndigen S=E4tzen ausged=FCnnt und zu einem "Theater des 
>Ged=E4chtniss=
>es" pr=E4pariert. Eine "Stimme der Erinnerung" orakelt Sentenzen aus dem 
>Off=
>, Ch=F6re raunen Formelhaftes, der Oberf=F6rster dr=F6hnt als vokales 
>Terrorzent=
>rum aus vier B=E4ssen. Die Handlung h=FCpft schier von Klippe zu Klippe, 
>nimmt=
>  J=FCngers Werk dabei den letzten Rest erz=E4hlerischer Ausf=FChrlichkeit 
>und en=
>tl=E4sst es in die Thesentraumnebelwelt. J=FCnger, der seine Marmor-Klippen 
>ni=
>e einzig auf die gr=E4sslichen Abirrungen des "Dritten Reichs" bezogen 
>wisse=
>n wollte, h=E4tte sich in Mannheim vermutlich behaglich gef=FChlt. Der 
>kalte M=
>anierismus seiner Sprache prangt dort ungehindert.
>
>Bisweilen verschickt Battistelli aus schwerem Blech ein paar musikhistoris=
>ch verwitterte Terzen; zwischen letzter Heimeligkeit in der Klause der ask=
>etischen Br=FCder Minor und Otho und ihrer Expedition in den Horror von 
>"K=F6p=
>pelsbleek" s=E4uselt ein unbegleitetes Oboensolo. Battistelli zieht 
>Musikges=
>chichte zu einer expressiven Klanglichkeit zusammen, die an den entscheide=
>nden Webstellen doch bieder und konventionell wirkt. Nicht grundlos schenk=
>t er dem Schluss einen altmeisterlich vierstimmigen Chorsatz. Imponierend =
>sicher behaupten sich freilich die Mannheimer Ensembles unter der anfeuern=
>den Leitung ihres Chefdirigenten Adam Fischer. Simultane Doppelch=F6rigkeit 
>=
>und glei=DFende Tenorh=F6hen werden pr=E4chtig realisiert.
>
>Seltsam aber, wie sehr der Abend zumal durch die Inszenierung der katalani=
>schen Truppe La Fura dels Baus von g=E4nzlich unkritischer romanischer 
>J=FCnge=
>rschaft k=FCndet. Die politische Dimension der Prosavorlage verbergen Regie 
>=
>und Ausstattung geschickt im Totaltheater. Aus der Bek=E4mpfung 
>friedfertige=
>r Eremiten durch bleckende Grausamkeit wird ein technoides Spektakel, in d=
>em der gleichgeschaltete Mensch vom Medienwahnsinn tyrannisiert wird. 
>J=FCng=
>ers zahme Botaniker Minor und Otho gehen unterschiedslos in einer Wagenbur=
>g aus lebendig mumifizierten Computerleichen auf, wei=DFen hypnotisierten 
>Le=
>muren vor rollenden Bildschirmen, welche ab und zu gegen einen in der Luft=
>  baumelnden verpuppten Baum und eine Botanisiertrommel eingetauscht 
>werden=
>.
>
>J=FCngers hilfreiche Lanzenottern flattern wie wilde Mobiles von Stangen, 
>=FCb=
>er eine riesige Leinwand wandern K=E4fer, enthauptete Strichm=E4nnchen und 
>der=
>  Originaltext, der B=FChnenboden schaukelt orgiastisch, verdorrte Zweige 
>ras=
>cheln, der junge F=FCrst von Sunmyra, wom=F6glich J=FCngers Prototyp des 
>aristok=
>ratischen, klassisch erfolglosen Attent=E4ters, muss =FCber schmale Stege 
>bala=
>ncieren. Und der Oberf=F6rster f=E4hrt, vier gesichtslose K=F6pfe hoch, in 
>einer=
>  Aufseherplattform nieder und bemalt alle Lemuren mit blauer Farbe. Es 
>k=F6n=
>nte so einfach sein, den ber=FChmten J=E4germeister Hermann G=F6ring auf 
>die B=FCh=
>ne zu kopieren. Hier w=E4re er nicht unwillkommen gewesen.
>
>=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=5F=
>=5F=5F=5F=5F
>Die Nummer, die sich jeder merkt: Ihre 01212 Wunschrufnummer von WEB.DE!=20
>Jetzt sichern: http://freemail.web.de/=3Fmc=3D990001
>
>
>
>--__--__--
>
>Message: 5
>From: w.krisai@kabsi.at
>To: juenger-list@juenger.org
>Date: Thu, 14 Mar 2002 20:16:29 +0100
>Subject: [Juenger-list] Virus-Warnung
>
>Liebe EJ-Listianer!
>
>=DCber an der Juenger-Liste beteiligte Computer wird derzeit der
>Virus W32.Badtrans.B@mm verbreitet. Der Virus verbirgt sich in
>etwas seltsam benannten Attachments, die oft doppelte
>Extensions (z.B. .doc.pdf) enthalten. Solche Attachments
>keinesfalls =F6ffnen!
>Informationen =FCber den Virus und seine Entfernung bei
>http://securityresponse.symantec.com/avcenter/venc/dyn/28116.ht
>ml.
>
>***
>
>Danke Herrn Wimbauer f=FCr die zahlreichen Rezensionen zur
>Marmorklippen-Oper!
>
>Wolfgang Krisai
>
>
>
>
>Mag. Wolfgang Krisai
>w.krisai@kabsi.at
>krisai@yahoo.com
>
>
>--__--__--
>
>Message: 6
>From: "Carlos Mancini" <cm4@worldnet.att.net>
>To: <Juenger-list@juenger.org>
>Subject: RE: [Juenger-list] Gadamer
>Date: Fri, 15 Mar 2002 11:44:04 -0500
>
>This is a multi-part message in MIME format.
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>
>
>   Hans-Georg Gadamer died yesterday  at age 102.
>
>   Here's the AP release.
>
>   HEADLINE: German philosopher Hans-Georg Gadamer, explorer of human
>
>   understanding, dies aged 102
>
>   DATELINE: BERLIN
>
>   BODY:
>
>   Hans-Georg Gadamer, a German philosopher who devoted a scholarly 
>lifetime
>to
>
>   the exploration of human understanding and interpretation, has died. He
>was
>
>   102. Gadamer died Wednesday in the western city of Heidelberg, city
>
>   authorities said. The cause of his death was not released.
>
>   Born Feb. 11, 1900 in Marburg, Gadamer was best-known for "Truth and
>
>   Method," his 1960 treatise on the shifting nature of understanding, or
>hermeneutics.
>
>   Drawing on areas from classical philosophy to linguistics, the book 
>became
>a
>
>   standard, if tough read for generations of students and had an influence
>
>   beyond the university campus in areas such as art and literature.
>
>
>
>   The son of a chemistry professor, Gadamer had studied widely by the time
>he
>
>   won a professorship in Marburg in 1937, with a specialty in ancient 
>Greek
>
>   ethics.
>
>
>
>   He taught in the eastern city of Leipzig during World War II, showing
>
>   neither open sympathy or resistance to Hitler's regime and concentrating
>on
>
>   his work.
>
>
>
>   He later lectured in cities such as Frankfurt and Heidelberg, and was 
>also
>
>   in demand at universities abroad, especially in North America and Italy.
>
>
>
>   President Johannes Rau praised Gadamer for making philosophy more 
>relevant
>
>   to everyday life. Germany has lost a "great philosopher, a great person,
>in
>
>   the true meaning of the word," he said.
>
>
>---
>Outgoing mail is certified Virus Free.
>Checked by AVG anti-virus system (http://www.grisoft.com).
>Version: 6.0.338 / Virus Database: 189 - Release Date: 3/14/02
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>--__--__--
>
>Message: 7
>From: "Bertil Haggman" <mvk575b@tninet.se>
>To: <juenger-list@juenger.org>
>Date: Fri, 15 Mar 2002 19:42:46 +0100
>Subject: [Juenger-list] EJ on Globalization
>
>Schwilk at one time wrote an article on EJ and
>globalization. This is a very interesting theme.
>
>EJ answered in Hervier's interview book  _Details
>of Time_ on the world state:
>
>"If ever the world state is to come about, or at least
>the preliminary stage of a united Europe, the nations,
>such as they have formed after 1789, have to merge
>together little by little: I mean the fatherlands. On the=20
>other hand, the regions - Normadny, Cher (?), Marseilles,
>etc. - what I call the motherlands, will become more and
>more important. Centralism will diminish on this level,
>and it will shift to utterly enormous entities."
>
>(p. 127)
>
>At least when the interviews were done, it seems EJ
>was a Gaullist.
>
>One would think with all the fuss about globalization
>we are seriously on the way to a world state. But on a realist
>level the nation state is still strong and a global
>civilization far away.
>
>Bertil Haggman=20
>
>
>
>
>--__--__--
>
>_______________________________________________
>Juenger-list mailing list
>Juenger-list@juenger.org
>http://www.pairlist.net/mailman/listinfo/juenger-list
>
>
>End of Juenger-list Digest


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Markup © John King, July 2001.