ernst jünger in cyberspace

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On Wed, 9 Apr 1997, Volker Schachenmayr wrote:

> Ich habe in einem Jünger Aufsatz gelesen, dass junge Maenner seiner 
> Generation, die mit dem bürgerlichen Alltag vor dem ersten Weltkrieg 
> unzufrieden waren, ³entweder ins Militär oder in die katholische Kirche² 
> eingetreten sind. Welche literarische Katholiken gibt es, die mit Jünger 
> zu vergleichen sind? 
> 
> Antworten Sie entweder auf Deutsch oder auf Englisch....
> 

Welcher Aufsatz bildet Ihr Ausgangspunkt? Bei Jünger macht das schon 
einiges aus. Das klingt irgendwie nicht wie der ganz junge Jünger - der 
war, meiner Einschätzung nach, damals (vor dem Ersten Weltkrieg) nicht 
auf der Suche nach einer einbindenden Autorität - eher der Gegenteil. Und 
wie wir wissen, war er während des Zweiten Weltkriegs von der 
katholischen Kirche am meisten angezogen (Vgl. "Strahlungen"). Kann es 
sein, daß er eine Stellungnahme von den 40er Jahren auf die 
Jahrhundertwende zurückprojiziert? Eine andere Möglichkeit ist, daß er 
sich auf Frankreich bezieht. Vgl. Francois Mauriac und Georges Bernanos 
(die habe allerdings für mein B.A. studiert ;-) Auch der Fall von Maurice 
Barres ist sicherlich nicht ohne Bedeutung - Barres hat sich nach dem 
Krieg sich vom integralen Nationalismus abgewandt und seine späten 
Schriften zeigen deutlich den Einfluß des Katholizismus.

(About EJ and Catholicism. J is said to have written in an essay that 
young men of his generation who wished to break out of bourgeois society 
either joined the army or the catholic church. I ask when he wrote this 
essay and suggest that this point of view could be a projection from the 
1940s (when he was nearest to joining the Church) back onto his 
experiences as a youth. I suggest that in fact as youth before the First 
World War he showed less need for this kind of alternative authority. 
There was also a question about which Catholic authors might be best 
compared to Jünger and I refer to the French writers Mauriac, Bernanos 
and Barres, not really having studied German Catholic writers and 
Heinrich Böll is not exactly a good point of departure ;-)

Mit besten hanseatischen Grüßen,

John King


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