-- [ From: Richard Brem * EMC.Ver #2.5.02 ] -- I would say that "Desinvolture" describes a certain "Unbefangenheit" or "Unschuld der Macht" (a feeling of innocence or innate nonchalance regarding power). Someone used the term "kalten Arsches" - that comes close, but there is too much consciousness or cleverness in that. "Die Desinvolture ist Wuchs und freie Gabe und als solche dem Glueck oder der Zauberei weit eher als dem Willen verwandt. Unser Denken ueber die Macht ist seit langem durch die uebertriebene Beziehung zum Willen verfaelscht... Auf einer festlichen Tafel, an der viele Gaeste versammelt sind, liegt ein goldener Apfel zur Schau, den niemand zu beruehren wagt. Jeder hat den brennenden Wunsch, ihn zu besitzen, aber jeder fuehlt, dass sich ein schrecklicher Aufruhr erheben wuerde, wenn er diesen Wunsch auch nur andeutete. Da tritt ein Kind [note: a child!] in den Saal und ergreift den Apfel mit freier Hand..." from the capriccio: "Zur Desinvolture" in: "Das Abenteuerliche Herz. Zweite Fassung" Here are 2 passages from the "Paris Diaries": "Zur Desinvolture. Hier liesse sich noch erwaehnen das Wort gracious, zu dem uns gleichfalls die Entsprechung fehlt. Die Paarung von Macht und Anmut ist bei uns zu selten, um eigene Worte hervorzubringen, und diese Sproedigkeit hat uns im Grunde im Lauf der Weltgeschichte den guten Anspruch oft verscherzt. Daher leben denn auch Ausnahmen, wie gewisse Hohenstaufen, fast als Zauberwesen in der Erinnerung fort." (2.2.40) "Mittags bei Florence [Gould]. Sie zeigte mir Gemaelde, die sie sich fuer ihre Einrichtung schicken ließ, darunter das Portraet des Lord Melville von Romney, ein Goya, ein Jordaens, einige Primitive, kurz: eine kleine Galerie. Es machte mir Eindruck, wie sie die Bilder, die am Boden lehnten, ergriff und zeigte, wie jemand, der mit Desinvolture Gewichte bewaeltigt, deren Schwere menschliche Kraefte uebersteigt." (23.6.43)
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