DIE SCHERE #70: Text Daß wir den Gestirnen die Namen von Göttern und Tieren verleihen, ist ein Zeichen der Verehrung-flüchtig wie in der Wüste eine Sandwehe. Flüchtig sind auch die Tempel und Gebete, doch die Verehrung ist beständig; sie lebt in der Welt. Die Wesen und Dinge verehren durch Existenz. Wenn die Sonne aufgeht, begrüßt sie das Konzert der Tiere aus den Wäldern; die Blüten wenden sich ihr zu. Selbst das Gestein beginnt zu atmen, es dehnt sich aus. Hierzu das »Singen« der Memnonssäule bei Sonnenaufgang und der Vierzeiler, den Goethe dem Atemholen und seinen Gnaden gewidmet hat. Der Trieb zur Verehrung ist in der Materie verankert; daher läßt sich der Trieb verdrängen, die Teilnahme nicht. DIE SCHERE #70: Rough translation It is an expression of veneration that we give the names of gods and animals to the heavenly bodies-fleeting like a drift in the desert. Fleeting as well are the temples and prayers, but veneration is permanent; it is alive in the universe. Beings and things revere by existing. When the sun rises, the concert of animals in he woods hails it; the flowers turn toward it. Even the rocks begin to breathe; they expand. In this context belongs the »singing« of the statue of Memnon at sunrise and the four line poem Goethe wrote about drawing breath and its blessings. The drive to revere is embodied in matter; hence the drive can be repressed, not the taking part.
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