G. Rebing schrieb: Thanks, Tobias, that was very interesting, substantial and instructive! Let us have more of this! Since you have contact with DIE JUNGE FREIHEIT you might be in a position to say something about whether that journal is a right wing publication as some people say. Where would you place it in the political landscape, who publishes it and what is its programme? G.R. _______________________________________________ Juenger-list mailing list Juenger-list@juenger.org http://www.pairlist.net/mailman/listinfo/juenger-list Die Junge Freiheit (im folgenden JF) erscheint seit 1986 (zunächst als Schülerzeitung in Freiburg i. Br., meiner Heimatstadt) unter der Leitung von Dieter Stein. Seit Anfang der 90er Jahre erscheint sie in Berlin; als Wochenzeitung seit 1994. Ich selbst kenne die JF seit nunmehr fünf Jahren, Armin Mohler machte mich in einem Brief auf sie aufmerksam. Seitdem kenne ich die JF, lese sie ständig und seit Frühjahr 2000 publiziere ich regelmäßig Artikel, Aufsätze und Rezensionen in der JF. (Meine Beiträge können auf meinen Internetseiten www.waldgaenger.de abgerufen werden). Übrigens war auch Ernst Jünger lange Jahre Leser der JF. Ein Bekannter schrieb mir: "Die Junge Freiheit sah ich bei Ernst Jünger, der sie lobte". (siehe auch das Photo: Ernst Jünger, die JF lesend, in DER SPIEGEL, Nr. 13/1995 vom 27. 03. 1995, S. 240. Mühleisen 1181) Auch unterstützte Jünger die JF mit Geldspenden, wie Elliot Y. Neaman in "A Dubious Past. Ernst Jünger and the Politics of Literature after Nazism" (Berkeley. Los Angeles, London 1999, S. 267, Fußnote 252) veröffentlichte (vgl. die Rezension von Helmuth Kiesel in der FAZ Nr. 12 vom 15. Januar 2000, S. 42). Zur Frage nach dem politischen Standort: Viele Linke (zumeist jene, welche die Zeitung nicht einmal selbst lesen, sondern voneinander abschreiben) halten die JF für eine Zeitung der "Neuen Rechten". Das Landesamt für Verfassungsschutz von Nordrhein-Westfalen erwähnt die JF regelmäßig in ihrem Jahresbericht, mit z.T. nicht nachvollziehbaren Schlußfolgerungen. Dagegen wird seit 4 Jahren juristisch vorgegangen, unterstützt vom vormaligen Generalbundesanwalt Alexander von Stahl (FDP), der betont, daß die JF sich nichts vorzuwerfen habe. Das Ergebnis steht noch aus. Der Herausgeber des Magazins "Focus", Helmut Markwort, äußerte hierzu (2. Februar 2001): "Der Verfassungsschutz in NRW [= Nordrhein-Westfalen] beobachtet alles, was nicht auf dem linken Flügel der SPD beheimatet ist". Ein paar Autoren, die Beiträge in der JF publiziert haben, zufällig herausgegriffen: Franz Alt, Vera Lengsfeld, Wolf Jobst Siedler, Rolf Hochhuth und viele, viele andere. (Kann nachgelesen werden auf der Seite www.jungefreiheit.de - dort "Autoren" anklicken). Der deutsch-ungarisch-israelische Schriftsteller Ephraim Kishon sagte im März 2001: "Sie [d.h.die JF] sind 'rechtsgerichtet', weil Sie nicht linksgerichtet sind. Ihr niveauvolles Blatt ist nicht radikal, es nicht einmal, was man 'rechts' nennt, sonst hätte ich Ihnen kein Interview gegeben". Für heute nur diese Bemerkungen, die mir aus dem Stegreif zu Ihrer Frage eingefallen sind. Herzliche Grüße aus Freiburg Tobias Wimbauer www.waldgaenger.de
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