Die "Islamische Zeitung", eine interessante Monatszeitschrift deutscher Muslime, hat anläßlich der Potsdamer Akademie ´99 eine Sonderausgabe herausgebracht, die bereits in früheren Ausgaben erschienene Aufsätze zum Kennenlernen nochmals abdruckt. Darunter ein Essay über die Geopolitik der Muslime: Der Nomos der Erde. Kleine Beiträge über das Verhältnis von Goethe, Nietzsche und Rilke zum Islam. Sowie ein längerer über "Eine gefährliche Begegnung. Ernst Jünger und der Islam". Der aktuelle Beitrag von Schaikh-Abdalqadir as-Sufi über den Kosovo-Krieg aus der Sicht der Muslime läßt allerdings neben zahlreichen Einsichten in die Strategien der Weltpolizei USA zur Errichtung eines Weltstaates, sich selber in eben diese Strategie einbinden, indem er sich zum militanten Sprachrohr gegen die Orthodoxie macht. Insgesamt aber eine lesenswerte Nummer: Islamische Zeitung, Postfach 601206, D-14412 Potsdam ******************************************************** Hinweis auf ein sehr intelligentes Buch, das aus der Fülle von Ernst Jünger-Sekundärliteratur heraussticht: Horst Seferens: "Leute von übermorgen und von vorgestern". Ernst Jüngers Ikonographie der Gegenaufklärung und die deutsche Rechte nach 1945. Philo Verlag, 1998 (ISBN 3-8257-0110-7) Eine der subtilsten Interpretationen des Spätwerks Ernst Jüngers, das politische Bezüge aufdeckt und geheime Interpretations- und Rezeptionslinien. Allein schon die genaue Lektüre von "Aladins Problem" ist verdienstvoll. Seferens zeigt auf, was die deutsche Rechte von Jünger lernen hätte können, wenn sie ihn gelesen hätte... "Waldgänger aber nennen wir jenen, der durch den großen Prozeß vereinzelt und heimatlos geworden, sich endlich der Vernichtung ausgeliefert sieht. Das könnte das Schicksal vieler, ja aller sein - es muß also noch eine Bestimmung hinzukommen. Diese liegt darin, daß der Waldgänger Widerstand zu leisten entschlossen ist und den, vielleicht aussichtslosen, Kampf zu führen gedenkt. Waldgänger ist also jener, der ein ursprüngliches Verhältnis zur Freiheit besitzt, das sich, zeitlich gesehen, darin äußert, daß er dem Automatismus sich zu widersetzen, und dessen ethischen Konsequenz, dem Fatalismus, nicht zu ziehen gedenkt." Ernst Jünger, Der Waldgang KSHATRIYA Mitteilung - // http://kshatriya.hypermart.net
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