ernst jünger in cyberspace

mailing list archive - Meetings with Cioran (and talk on E.J.)

Recently reading the March-April issue
1998 of the journal "Sinn und Form" I
came upon an article with interviews
by Thomas Stoelzel of author Cioran
in Paris before the latter died.

In one section they come to speak of
Ernst Juenger:

"Wir greifen den Gespraechsfaden
ueber das Verhaeltnis des Franzoesischen
und des Deutschen noch einmal auf; kommen
zu einem der ins Franzoesische am
vollstaendigsten uebersetzten, noch
lebenden Autoren: zu Ernst Juenger.
(note. E.J. was still alive when the
interview was made).

"Ich habe den Eindruck, man versteht
ihn in Deutschland nicht."

"Kennen Sie Gruende fuer dieses Nicht-
verstehen?"

"Nach dem, was ich weiss, sind die
Anfeindungen von oeder Monotonie,
das geht schon zeit Jahrzehnten so.
Man wirft ihm seine militaerische
Laufbahn vor, verbeisst sich an
manchen seiner Aeusserungen - und
uebersieht dabei das Gewicht vieler
seiner Gedanken."

Nach einer kurzen Pause.

"Sie kommen ja aus dem Land
der grossen Systembauer, dieser
monstroesen und fatalen architekten!"

"In Frankreich ist es anders?"

"Ja, hier schaetzt man ihn sehr.
Juenger versteht ja auch sich selbst
zu feiern und feiern zu lassen. Das ist
auch ein Talent. Und fuer Zelebrateure
hat man hierzulande viel Verstaendnis."

Er wirft zusammen mit diesem Satz auch
ein haemisches Lachen aus.

"Ich glaube es liegt auch daran, dass
Juenger Prosaformen gewaehlt und ver-
feinert hat, die in Frankreich mehr
gelten als in Deutschland: Das Tagebuch,
Essay, die Maxime."

"Da koennten Sie recht haben", betont 
Cioran.

Best summer greetings from a rainy Scandinavia.

Bertil Haggman




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