ernst jünger in cyberspace

mailing list archive - Dank / Wilflingen

Sehr geehrte J=FCnger-Listianer! Dear List-Members!

Im April stellte ich die Frage nach genaueren Informationen =FCber 
Ernst J=FCngers Konversion und erhielt eine Menge sehr 
aufschlussreicher Antworten, die ich jetzt in aller Ruhe wieder las. 
F=FCr die Beitr=E4ge herzlichen Dank, insbesondere an Herrn 
Wimbauer!

In April I asked for informations about E.J.'s conversion and got a 
lot of most interesting replies which I reread now quietly. Many 
thanks to everybody who contributed, especially to Mr. Wimbauer.

Ich m=F6chte hier einen kleinen Bericht =FCber meinen Besuch im 
J=FCnger-Haus anschlie=DFen, der f=FCr jene, die noch nicht hinfahren 
konnten, anregend sein, und f=FCr jene, die schon dort waren, sch=F6ne 
Erinnerungen wachrufen mag.

Als Abschluss und H=F6hepunkt einer Frankreichreise mit der 
ganzen Familie fuhr ich auf gut Gl=FCck nach Wilflingen, in der 
Hoffnung, das Haus Ernst J=FCngers wenigstens von au=DFen sehen zu 
k=F6nnen. Da es zum Komplex des Schlosses Stauffenberg geh=F6rt, 
war es nicht schwer zu finden. F=FCr die regul=E4re =D6ffnungszeit (9-11 
Uhr) war nun, am Nachmittag, allerdings viel zu sp=E4t. Der 
Aufforderung, bei der Kustodin "tapfer anzurufen" (07376/1495), die 
im Schaukasten zu lesen ist, leistete ich gerne Folge und rief Frau 
Monika Miller vom Gasthof aus an. Noch jemand zu f=FChren? Sie sei 
gerade von einer F=FChrung nach Hause gekommen! Eine gewisse 
Genervtheit in der Stimme verlor sich jedoch sofort, als Frau Miller 
h=F6rte, dass wir eine ganze Familie seien. 
F=FCnf Minuten sp=E4ter war sie vor dem Haus, und nun wurde der 
Besuch zu einem H=F6hepunkt der ganzen Reise: denn Frau Miller 
f=FChrte uns - insbesondere unsere drei Kinder (Alter 6, 10, 11) - mit 
solcher Begeisterung und Hingabe, gepaart mit einer 
Anschaulichkeit, die ihresgleichen sucht, durchs Haus, wie wir das 
noch nicht erlebt hatten. Dass sie zudem eine Augenzeugin ist, 
machte die Sache noch bedeutender. 
Im Haus kann man Ernst J=FCnger tats=E4chlich "erleben": Man streift 
an B=FCcherw=E4nden entlag (wo wir B=FCcher fanden, die auch in den 
eigenen Regalen stehen und uns jetzt doppelt teuer sind), 
bewundert die Objekte aus aller Welt, die K=E4fersammlung, die 
Spazierst=F6cke, den Schreibtisch... 
Nach wohl mehr als einer Stunde spannendster F=FChrung sprachen 
wir bis zur Ersch=F6pfung unserer DM-Reserven dem B=FCchertisch zu, 
besichtigten noch den Garten (die Schildkr=F6te lie=DF sich nicht 
blicken) und fuhren schlie=DFlich hochzufrieden und bereichert - und 
mit dem Wunsch, so bald wie m=F6glich wiederzukehren - nach 
=D6sterreich weiter.
Dass wir einige Zeit sp=E4ter auch das Haus von Alfred Kubin in 
Zwickledt bei Sch=E4rding/Ober=F6sterreich besuchten, dort ebenfalls 
von einer "Augenzeugin" (die als Kleinkind Kubin noch erlebt hat) 
mit ausgepr=E4gtem Innviertler Dialekt gef=FChrt wurden und an der 
Wand einen Kubin von Ernst J=FCnger zugesandten Kasten mit 
pr=E4parierten K=E4fern und eine Zeichnung des J=FCnger-Hauses (nicht 
von Kubin) entdeckten, sei nur am Rande erw=E4hnt.
Das Kubin-Haus findet man im Internet unter 
http://www.landesgalerie.at/kubinhaus/index.html

Mit freundlichen Gr=FC=DFen,
Wolfgang Krisai





Mag. Wolfgang Krisai
w.krisai@kabsi.at


Markup © John King, July 2001.